Kunos Kuppel

Kuno über Lobbying

Die schweizerische Politlandschaft hat sich in den letzten 20 Jahren stark verändert. Bis in die 1980er-Jahre war das Land ideologisch kompakter, die Elite führte gleichzeitig Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Militär. Heute ist das Land politisch transparenter und polyzentrischer, die Wege zwischen Politik und Wirtschaft nicht mehr so kurz und ungezwungen wie ehedem. Professionelle Mittler – Lobbyisten – gewinnen stetig an Bedeutung. Die Zahl der Mitglieder in der Schweizerischen Public Affairs Gesellschaft beziffert sich heute auf rund 160 Mitglieder, vermutete rund 300 bis 400 Lobbyisten sind in Bern tätig.

Mit ihrer Kernaufgabe, der Beschaffung und Bereitstellung hochverdichteter politischer Information, unterstützen Lobbyisten das institutionell schwache Parlament in seiner Arbeit. Gutes Lobbying misst sich an Kontinuität und Transparenz, Glaubwürdigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg. Dabei darf trotz intensiver Konzentration auf die eigenen Interessen und Anliegen der Blick für das Ganze nicht verloren gehen, greift doch sonst letztinstanzlich der Souverän mit seinem ausgeprägten Sinn für Ausgeglichenheit korrigierend ein. In diesem Sinne betreibe ich in meiner Funktion als Cheflobbyist der Schweizerischen Bankiervereinigung ein permanentes „low-intensity“- Lobbying gepaart mit einer „high-intensity“-Informationsbeschaffung und einem ebensolchen -Issue-Monitoring.

Auf diese Weise sichern wir eine Interessenvertretung mit Gewähr für langfristigen Erfolg.